El Zohd

Trailer: Bahadır Gökçe 

Künstlerische Arbeit und Umsetzung
Ich habe mich in meiner Arbeit mit den individuellen Zugängen der Tänzerinnen zu Gott und dem Glauben, fernab eines gegenwärtigen Fundamentalismus, beschäftigt. Inspiriert durch den Glauben der Sufi habe ich versucht eine Verbindung zu heutigen Formen von Religion, Ideologie und Glauben zu schaffen.
Was bedeuten religiöse und philosophische Schriften für die Gesellschaft heute? Ist Glaube zeitgemäß und was bedeutet er für uns in dieser Welt? Was sind die Gründe für Schmerz, Gier, Streit und Unzufriedenheit in der gegenwärtigen Gesellschaft? Kann uns die Hinwendung zu Gott helfen, neue Kraft zu schöpfen und achtsam und frei zu agieren?
In meiner Choreographie versuche ich diese Thematik mit tänzerischem Ausdruck darzustellen. Ich beschäftige mich in meiner Arbeit mit traditionellen Bewegungen der Gläubigen, die ich symbiotisch mit Zeitgenössischen Tanz verbinde.

Thematik

„El Zohd“ ist ein Begriff, der im arabischen Raum verwendet wird und eine Vielzahl von Bedeutungen haben kann. Im deutschen Sprachgebrauch kann man den Begriff „Askese“ dafür verwenden. Der praktizierende ist ein „Sufi“ bzw. „Asket“.
Askese ist eine Lebensweise aus philosophischer und religiöser Motivation, die durch Disziplin, Enthaltsamkeit, Bescheidenheit und Konzentration auf das Wesentliche gezeichnet ist. Es geht um die Festigung des eigenen Charakters und die Verbindung des Menschen zum Göttlichen.
Viele sunnitische Gelehrte haben ihre Erfahrungen mit der Askese niedergeschrieben.
Abu Suleiman Aldarani schrieb: „Askese ist, wenn man die Dinge der Welt als unwichtig ansieht und sein Herz nicht von ihnen beeinflussen lässt.“
Ibn Mubarak schrieb: „ Askese ist das Vertrauen in Gott und die Liebe zur Armut.“
Aljunied schrieb: “Es ist falsch zu denken, dass Asketen (Al Zahid) arm sein müssen, oder nichts arbeiten, nein, für sie ist es nur nicht wesentlich oder von Bedeutung was oder wie viel sie besitzen.“
El Sufian El Saori: „Askese ist, etwas aufzugeben für Gott.“
Einmal wurde ein Imam gefragt: Was ist das Geheimnis der Asketen in der Welt?
Er sagt über sich selbst: „All meine Arbeit, das was ich mache und was ich bin, kann mir niemand nehmen. Ich mache mir keine Sorgen um meinen weltlichen Besitz und erlange dadurch innerliche Freiheit. Ich weiß, dass ich sterben werde und habe keine Angst davor. Ich habe mich mein ganzes Leben lang auf Gott vorbereitet. Ich weiß, dass mich Gott sieht, und habe versucht so zu leben, wie Gott es von mir wünscht.“