SHIFT Förderung erhalten!

Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass wir die "Basis.Kultur.Wien SHIFT-Förderung" (http://www.basiskultur.at/index.php?id=1817) für das eingereichte Projekt "Bewegte Interaktion"erhalten haben. :)

Wir bedanken uns vielmals für diese große und tolle Möglichkeit

und werden diese auf jeden Fall nutzen!

(*um mehr zu lesen klick rechts auf den Pfeil*)

Zu unseren inhaltlichen Gedanken:

„Ich bin auf der Flucht...“. Was bedeutet es ein „Flüchtling“ (Asylwerber) zu sein?!

Flüchtlinge sind zwar ein teil unserer Gesellschaft, doch hören wir fernab von Debatten um die finanziellen Mitteln Österreichs und fernab von Diskussionen um Abschiebung nur wenig von Ihnen, noch weniger sehen wir von Ihnen. Im ernstzunehmenden Kunstbetrieb sind sie meist gar nicht anzutreffen, jedenfalls nicht als Agierende. Warum eigentlich?

„2013 haben insgesamt 4.133 Menschen in Österreich Asyl erhalten; die meisten stammen aus Afghanistan (1.259), Syrien (838), Russland (673), dem Iran (520) und Somalia (254).“! ( Quelle: UNHCR, http://www.unhcr.at/unhcr/in-oesterreich/fluechtlingsland-oesterreich.html)

Und das sind nur die Menschen, die Asyl erhalten haben. Die Zahl der Asylsuchenden ist weitaus höher.
Doch wir finden die Situation der Flüchtlinge unglaublich schwierig und doch auch spannend: In einem fremden Land, ohne die jeweiligen Sprachkenntnisse findet man sich in einer gänzlich unterschiedlichen Kultur wieder. Man ist abhängig, verletzlich und oft auch isoliert, und viele haben schreckliche Erlebnisse in ihrem Heimatland durchgestanden.

 

Diese Inneren und äußeren Widerstände und Konflikte entladen sich häufig besonders produktiv in kreativen Prozessen, doch was tun, wenn es keine Möglichkeit dafür gibt?
Unser Projekt möchte Flüchtlingen eine Möglichkeit geben sich auszudrücken, mit Bewegung zu sprechen und auch gehört zu werden. Gleichzeitig wissen wir aus Erfahrung, dass der kreative Entwicklungsprozess auch als ein Prozess der Inneren Wandlung, des Öffnens und des Kennenlernens neuer Ideen von Kunst und Interaktion gesehen werden kann. Die Teilnehmer lernen die europäische Kultur durch die Kunst kennen, indem sie gleich ein Teil der europäischen Kunst werden.

Ich führe hier absichtlich nicht den Begriff der Integration ein, da ich eher von einer kommunikativen Interaktion ausgehe und der Gemeinsamkeiten gefunden und Differenzen verstanden werden.

In diesem Projekt arbeitet der CHoreograf Sayed Labib mit männlichen Flüchtlingen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, oft sind auch Teilnehmer dabei, die noch absolut keinen Zugang zu Tanz, künstlerischem Ausdruck oder körperlicher Bewegungsfreiheit haben. Viele kommen aus islamischen Ländern in denen Tanz verboten ist, daher ist es unglaublich interessant die Entwicklung der körperlichen Bewegungsfreiheit im Tanz bei ihnen während des Probezeitraums zu beobachten. Die Männer öffnen sich nicht nur für den tänzerischen Kontakt zu anderen Menschen, sie öffnen auch ihre Persönlichkeit für neue Impulse und Denkweisen. Der Tanz kann so auch als Kommunikation und der Vermittlung kultureller Werte dienen.

Einerseits nehmen die Teilnehmer so neue Meinungen in sich auf, aber andererseits wird ihnen in der Choreografie auch Raum und Zeit gegeben, um ihre eigenen Glaubensvorstellungen, Meinungen und kulturellen Hintergründe zum Ausdruck zu bringen. Dadurch wird das Stück auch für das Publikum interessant: die Authentizität dieser Männer ist unmittelbar und echt, sie kommunizieren ihre Sorgen, Erfahrungen und neuen Eindrücke. Wir hoffen, dass die Zuschauer so „Flüchtlinge“ als „echte“ Menschen sehen und kennenlernen und sich ihre Sicht auf deren Situation verändert oder entwickelt.

Die Proben beginnen bald und im Hintergrund sind wir alle schon fleißig am Arbeiten, ihr könnt also gespannt bleiben! :) Stay tuned!